Windows Mobile

Ein Windows Mobile ABC: K wie Kiosk Mode

Kiosk Mode ist im Business Bereich ein relativ oft gewünschtes Feature.
Hauptsächlich geht es darum auf einem Standard Windows Mobile Gerät eine(oder auch mehrere) Anwendungen auszuführen und alles andere vor dem Anwender zu verbergen.
Je nach Funktionsumfang kann dies ein ziemlich einfaches oder aber auch ein ziemlich umfangreiches Unterfangen werden.

Die einfache Variante wäre das sich das Windows Mobile Gerät mehr wie ein "Portal" verhält.
Anstatt über den Today Screen oder das Startmenü navigiert der Anwender über eine Portalapplikation die Ihm einen einfachen Zugriff auf die benötigten Applikationen ermöglicht.
Angenommen ein Aussendienst-monteur braucht für seine eigentliche Arbeit "nur" Zugriff auf seine Auftragsbearbeitungsanwendung, Digitales Fahrtenbuch, Navigationssoftware  und ggf. noch 2-3 Webseiten-Links in das Intranet.
Wenn diese Programmaufrufe in eine kleine Portalanwendung zusammengefasst werden erleichtert dies die Arbeit ungemein.
Im Normalfall kommen zu der PortalAnwendung noch ein paar zusätzliche Features wie beispielsweise VPN Verbindung und Datenverschlüsselung/Zugangsschutz hinzu und alle Anforderungen sind erfüllt.
In dieser Variante ist es aber weiterhin Möglich noch auf die Standardoberfläche von Windows Mobile zuzugreifen, Systemeinstellungen zu verändern etc..
Wenn dies kein Problem darstellt hat man mit relativ geringem Aufwand eine eindeutige Arbeitserleichterung geschaffen, und kann das Gerät aber immer noch wie ein normales Gerät verwenden.

Die zweite Variante wäre ein richtiger Kiosk Modus in dem wirklich nur die Kiosk Applikation und nichts anderen ausgeführt werden kann und soll.
Hier fangen die Probleme an. Es gibt unzählige Punkte die man an dieser Stelle beachten muss.
Hier nur eine kleine Auswahl:
– Blockieren des Starts von Applikationen die nicht erlaubt sind
– Blockieren von Installationen
– Abfangen von Bestimmten Hardware Buttons
– Funktionalität muss den Hardreset überleben
– Oftmals sehr gerätespezifisch
– Administrierbarkeit

Wenn man sich einfach nur mal den ersten Punkt vornimmt hat man schon eine relativ große Aufgabenliste.
Es gibt unzählige Wege eine Applikation zu starten. Sei es durch Autostarteinträge, RAPI Aufrufe, das Startmenü oder das gut versteckte "RUN" sowie ein paar weiterer Wege, ein einfaches Verstecken der Startmenüeinträge reicht jedenfalls nicht aus.
Ein einfaches Filtern der EXE Namen ist auch wenig hilfreich. Da es einige Systemprozesse wie beispielsweise GWES.exe, Services.exe etc. gibt hat man also automatisch freigegebene Applikationsnamen die jeder kennen kann.
Hashwertverfahren wären daher vorzuziehen, haben aber auch den Nachteil sehr Pflegebedürftig zu sein.
Und dies ist nur eines von vielen Problemen die man lösen muss. Und wenn man alle Probleme gelöst hat wird es nicht lange dauern bis es ein Anwender doch irgendwie schafft "auszubrechen".

Windows Mobile ist nun mal nicht dafür vorgesehen einen solch speziellen Fall zu ermöglichen. Es sind von Haus aus eher Endkundenprodukte. Wer auf der Suche nach einem Handheld Gerät ist das die Selbe Hardwareausstattung wie ein Windows Mobile Gerät hat,
aber dafür eine speziell auf seine Bedürfnisse ausgerichtete Software/Betriebssystem ist bei einem CE Gerät eigentlich weitaus besser aufgehoben.

Es gib aber viele Umstände warum sich Firmen gegen ein solches CE Gerät entscheiden.
Die Kosten für die Erstellung und Pflege der Geräte bzw. des Betriebssystems können je nach Wunsch relativ hoch sein.
Wenn im Unternehmen bereits Windows mobile Geräte eingesetzt werden existiert im Normalfall auch schon ein existierendes Know-How und Support Infrastrukturen in der IT-Abteilung.
Mobilfunkbetreiber sind an Verträgen und Absatzmengen interessiert. Ab einer gewissen Anzahl an Geräten kann man sehr günstige Preise aushandeln.
In Zusammenhang der evtl. günstigeren Anschaffungskosten ist auch der eventuell bessere Service zu sehen. Im Falle eines Defektes kann ein landesweit(oder auch weltweit) operierender Mobilfunkanbieter (vermeintlich) schneller für ein Ersatzgerät sorgen als die "kleine" Firma die das CE Gerät herstellt.

Abschließend zu sagen wäre eigentlich nur noch, egal wofür man sich entscheidet, umsetzbar sind beide Lösungen.
Was aber nicht bedeuten soll das man mit genug krimineller Energie auch beide Lösungen umgehen könnte.

– Patrick

 

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